Agile Methoden in Energieprojekten: So gelingt die Einführung
Inhaltsverzeichnis
Agiles Arbeiten? Wird überall behauptet. Doch sobald es konkret wird – Budgets, Lieferketten, Montage, Regularien – versagt das Framework-Wissen. Energieprojekte ticken eben anders. Wer hier agile Methoden einführen will, braucht mehr als Daily-Routinen.
Was wirklich zählt: Kontextverständnis. Branchenerfahrung. Und das Wissen, wie man mit widersprüchlichen Realitäten arbeitet – statt an der Praxis vorbei zu beraten.
Warum Energieprojekte besonders komplex sind
Feature bauen, testen, deployen – in Softwareprojekten läuft das meist synchron.
In Energieprojekten dagegen läuft vieles nebeneinander und oft gegeneinander: Während das IT-Team das neue Monitoring-Dashboard für die Ladepunkte testet, warten die Tiefbauer noch auf die Genehmigung für den Netzanschluss. Agile Methoden versprechen Takt, Transparenz, Synchronisation. Aber wie, wenn die Projektwirklichkeit aus asynchronen Lieferlogiken besteht?
Heterogene Teams & unterschiedliche Lieferlogiken
In Energieprojekten arbeiten sehr unterschiedliche Gewerke zusammen: Softwareentwickler:innen, Ingenieur:innen, Elektrotechniker:innen und Monteur:innen im Feld. Sie alle liefern zwar etwas, folgen aber unterschiedlichen Abläufen und sprechen nicht dieselbe „technische Sprache“.
Diese Vielfalt in der „Delivery“ erschwert das, was Frameworks wie Scrum oder Kanban brauchen: Regelmäßigkeit, Synchronisation, Transparenz. Wer agile Methoden in Energieprojekten einführen will, muss wissen, dass Arbeitsergebnisse unterschiedlich entstehen, verschieden dokumentiert werden oder ganz andere Abhängigkeiten mitbringen. Dann erst kann sinnvoll organisiert werden.
Regulierte Rahmenbedingungen: Warum Agilität in Energieprojekten nicht alles darf
Noch komplizierter wird es, wenn zur technischen Vielfalt auch rechtliche Grenzen kommen.
Energieprojekte unterliegen strengen Regularien: technische Normen, rechtlich vorgeschriebene Abläufe, umfangreiche Dokumentationspflichten und hohe Bußgelder, wenn dagegen verstoßen wird.
Wer das ignoriert, plant schnell am Projekt vorbei.
Denn auch wenn Teams gerne agiler arbeiten würden – bestimmte Entscheidungen sind schlicht nicht verhandelbar.
Deshalb geht es nicht darum, agile Methoden „durchzuziehen“.
Viel mehr geht es darum, sie so einzusetzen, dass sie im regulatorischen Handlungsrahmen wirken können – nicht dagegen.
Wie lange dauert die Einführung agiler Methoden – und wovon hängt das ab?
Viele stellen sich die Einführung agiler Methoden als technischen Roll-out vor: ein paar Meetings, ein neues Tool, und los geht’s.
Doch allein die Umstellung kostet Kapazität: Während der Einführung arbeitet das Team nicht mit voller Kapazität – ein Teil der Energie fließt zwangsläufig in neue Abläufe, neue Routinen, neues Denken.
Wie lange diese Phase dauert, hängt vor allem von zwei Dingen ab:
- Was soll das Team nach der Einführung konkret leisten?
- Wo steht es heute – methodisch, personell, strukturell?
Ein dritter Faktor: die Teamkonstellation.
In manchen Projekten arbeiten die Beteiligten zum ersten Mal miteinander.
Bevor man über agiles Arbeiten spricht, muss sich das Team überhaupt erst als Team finden.
Deshalb braucht es eine klare, realistische Planung.
Unsere Antwort: „Our Way to Agility“ – eine visuell greifbare Roadmap mit Etappen, Rollen und Zielbildern.
Sie zeigt, was wann passieren muss, wo Risiken lauern und wie sich Fortschritte sichtbar machen lassen.
So wird aus einem vagen Veränderungswunsch ein konkret steuerbarer Prozess.
Fazit: Wer Agilität in Energieprojekten einführt, braucht Kontextverständnis und Erfahrung
Energieprojekte bringen besondere Rahmenbedingungen mit: Heterogene Teams, unterschiedliche Lieferlogiken und regulatorische Einschränkungen. Agile Methoden können hier wirkungsvoll unterstützen – aber nur, wenn sie kontextgerecht eingeführt werden.
Mit dem richtigen Vorgehen, klarer Zielsetzung und einem realistischen Zeitplan lässt sich Agilität auch in komplexen Energieprojekten sinnvoll verankern, ohne an der Realität vorbeizuplanen.
Unsere Agile Coaches und Scrum Master arbeiten aktuell in Energieprojekten – vom Netzbetreiber bis zur Ladeinfrastruktur.
Wir kennen die relevanten Regularien, die aktuellen Herausforderungen der Energiewende und die Dynamik in heterogenen Projektumfeldern.
Wenn Sie prüfen möchten, ob das auch zu Ihrem Vorhaben passt, können Sie ganz einfach ein unverbindliches Erstgespräch buchen.
Sie möchten klären, ob und wie Agilität in Ihrem Energieprojekt Mehrwert stiftet?
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Stephan Rossbach
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